Bei unserer Tochter war klar: der Schnuller kam schon in der ersten Woche zum Einsatz. Sie hatte ein starkes Saugbedürfnis und wurde damit sofort ruhiger, tagsüber wie nachts. Bei unserem Sohn haben wir uns bewusster gefragt: brauchen wir das wirklich? Am Ende hat auch er einen bekommen, aber nur zum Einschlafen, nicht als Dauerbegleiter.
Rückblickend, nach beiden Kindern und einer erfolgreich abgeschlossenen Entwöhnung, kann ich dir sagen: die Frage „Schnuller ja oder nein“ ist gar nicht die entscheidende. Viel wichtiger ist, wie du ihn einsetzt und wann du wieder aussteigst. Denn die meisten Nachteile entstehen nicht durch den Schnuller an sich, sondern durch dauerhaften Gebrauch über das zweite Lebensjahr hinaus.
Schnuller: die Vorteile im Überblick
Beruhigung und Selbstregulation. Das Saugen ist ein natürliches Bedürfnis von Säuglingen. Ein Schnuller hilft deinem Baby, sich selbst zu beruhigen: beim Einschlafen, bei Unruhe oder in Ausnahmesituationen wie langen Autofahrten und Arztbesuchen. Aus unserer eigenen Erfahrung war das gerade in den ersten Monaten Gold wert.
Möglicher Schutz vor plötzlichem Kindstod (SIDS). Mehrere Studien zeigen, dass das Saugen am Schnuller während des Schlafens das SIDS-Risiko senken kann. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt deshalb, Babys im ersten Lebensjahr einen Schnuller zum Einschlafen anzubieten.
Kontrollierbar (Vorteil gegenüber dem Daumen). Im Gegensatz zum Daumenlutschen kannst du den Schnuller irgendwann wegnehmen. Den Daumen nicht. Das macht die spätere Entwöhnung deutlich einfacher, und genau hier setzen später die schönen Rituale wie die Schnullerfee an.
Entlastung für die Eltern. Ehrlich gesagt: ein Baby, das sich selbst beruhigen kann, gibt dir als Elternteil auch etwas zurück. Ruhige Minuten, in denen du kurz durchatmest. Wer sagt, das sei ein „schlechter“ Grund, war noch nie um drei Uhr nachts wach.
Schnuller: die Nachteile ehrlich benannt
Zahnfehlstellungen. Dauerhaftes Nuckeln über das zweite Lebensjahr hinaus kann zu offenem Biss, Überbiss und Kieferverformungen führen. Je länger und häufiger dein Kind den Schnuller nutzt, desto größer das Risiko. Ausführlich: warum Schnuller schlecht für das Gebiss sind.
Erhöhtes Risiko für Mittelohrentzündungen. Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen häufigem Schnullergebrauch und Mittelohrentzündungen hin, vor allem bei Kindern ab sechs Monaten.
Mögliche Stillprobleme in den ersten Wochen. Das ist der Grund, warum viele Hebammen sagen: nicht sofort. In den ersten Lebenswochen kann der Schnuller die Gewöhnung ans Stillen stören (Stichwort Saugverwirrung). Deshalb wird meist geraten, den Schnuller erst nach der vierten bis sechsten Woche einzuführen, wenn die Stillbeziehung stabil ist.
Sprachentwicklung. Kinder, die dauerhaft mit Schnuller im Mund sprechen oder ihn ständig zwischen den Zähnen haben, können Sprachverzögerungen oder Lispeln entwickeln. Ab dem zweiten Lebensjahr sollte der Schnuller wirklich nur noch zum Schlafen genutzt werden.
Entwöhnung nötig. Irgendwann muss der Schnuller weg, und das kann eine Herausforderung sein. Entzugserscheinungen wie Weinen, Unruhe und Schlafprobleme sind dabei normal. Viele Eltern sorgen sich zusätzlich, ob eine Abgewöhnung ihrem Kind seelisch schadet. Warum das in aller Regel nicht passiert, wenn du sie liebevoll begleitest, liest du im Beitrag Schnullerentwöhnung und Trauma: kann ich meinem Kind wirklich schaden?
Schnuller für Neugeborene: ja oder nein?
Das ist die häufigste Frage, die frischgebackene Eltern stellen. Meine ehrliche Antwort aus zweifacher Papa-Erfahrung: es kommt darauf an, wie es mit dem Stillen läuft.
Wenn du stillst: warte am besten die ersten vier bis sechs Wochen ab, bis die Milchbildung stabil ist und dein Baby das Anlegen sicher beherrscht. So vermeidest du Saugverwirrung. Bei uns hat das wunderbar funktioniert, unsere Tochter hat trotz Schnuller problemlos weiter gestillt, weil er eben erst später kam.
Wenn du Flasche gibst: hier ist die Sache entspannter. Der Schnuller kann direkt ab Geburt zum Einsatz kommen, sofern dein Baby ihn annimmt. Manche wollen ihn, manche nicht. Beides ist völlig normal.
Zum Einschlafen im ersten Lebensjahr: die BZgA empfiehlt den Schnuller beim Einschlafen als möglichen SIDS-Schutz. Wenn dein Baby ihn nicht möchte, dränge ihn ihm nicht auf. Wenn es ihn will, ist das absolut okay.
Was Hebammen und die BZgA typischerweise raten
Ich habe in beiden Wochenbetten viele Meinungen gehört, und die meisten Hebammen sagen im Kern dasselbe: der Schnuller ist weder Teufelszeug noch Pflicht. Die typischen Empfehlungen:
Erst einführen, wenn Stillen sitzt (meist ab der vierten bis sechsten Woche). Zum Einschlafen anbieten, tagsüber sparsam. Nach dem ersten Geburtstag beginnen, den Gebrauch bewusst zu reduzieren. Ab dem zweiten Geburtstag nur noch nachts. Spätestens mit drei Jahren komplett weg.
Die BZgA sieht das im Wesentlichen genauso und ergänzt den Hinweis auf den möglichen SIDS-Schutz im ersten Lebensjahr. Wenn dir jemand sagt „Schnuller ist grundsätzlich schlecht“, widerspricht diese Person der offiziellen Empfehlung der Bundesbehörde für Kindergesundheit.
Wenn du dich gegen den Schnuller entscheiden willst
Auch das ist eine legitime Option, keine Frage. Manche Familien kommen komplett ohne aus. Was du dann meistens intensiver leisten musst: aktives Beruhigen durch Tragen, Wiegen, Kuscheln, Stillen zum Trost. Manche Kinder finden von selbst zum Daumen (der oft „bequemer“ erscheint, sich später aber schwerer abgewöhnen lässt). Andere entwickeln ein Kuscheltuch oder einen Schnuffi als Beruhigungsanker.
Die Wahrheit ist: es gibt keine Variante, die für alle Familien richtig ist. Wichtig ist, dass die Entscheidung bewusst fällt, nicht aus schlechtem Gewissen oder Angst vor Nachbarschafts-Kommentaren.
Worauf du beim Schnuller achten solltest
Wenn du dich für einen Schnuller entscheidest, machen ein paar Kleinigkeiten den Unterschied:
Größe und Form. Je kleiner und flacher der Schnuller, desto weniger beeinflusst er Zungenposition und Kieferentwicklung. Kiefergerechte Modelle sind empfehlenswert. Achte darauf, dass die Größe altersgerecht ist (Größe 1 bis ca. 6 Monate, danach Größe 2).
Material. Silikon ist langlebig, pflegeleicht und geschmacksneutral. Latex ist weicher und flexibler, wird aber schneller brüchig und kann Allergien auslösen. Beides ist sicher, solange du den Schnuller regelmäßig austauschst (spätestens alle vier bis sechs Wochen oder bei sichtbarer Beschädigung).
Zeitliche Begrenzung. Nicht den ganzen Tag, sondern gezielt: zum Einschlafen, bei starker Unruhe, in Ausnahmesituationen. Je weniger Stunden pro Tag, desto geringer die Risiken.
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Wann und wie den Schnuller abgewöhnen?
Ab dem zweiten Geburtstag sollte der Schnuller nur noch zum Schlafen genutzt werden. Spätestens bis zum dritten Geburtstag sollte er komplett weg sein, damit sich ein offener Biss oder Überbiss gar nicht erst verfestigt. Mehr zum passenden Zeitpunkt: wann sollte man den Schnuller abgewöhnen.
Bewährte Methoden aus der Praxis, die auch bei uns funktioniert haben:
Die Schnullerfee ist der Klassiker. Dein Kind legt seine Schnuller abends bereit, die Fee holt sie nachts ab und hinterlässt ein liebevolles Geschenk. Zur Vorbereitung eignen sich Bilderbücher und ein persönlicher Brief der Schnullerfee.
Der Schnullerbaum: dein Kind hängt seine Schnuller feierlich an einen Baum im Park oder Kindergarten.
Die Schnullermaus: für Kinder, die Tiere lieber mögen als Feen.
Ein Entwöhnungsschnuller reduziert das Saugbedürfnis schrittweise und eignet sich gut als Vorstufe.
Bei nächtlichem Aufwachen helfen die Tipps zum Einschlafen ohne Schnuller.
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Feiere diesen großen Moment mit einem liebevollen Andenken:
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- Als Belohnung oder Erinnerungsgeschenk – für leuchtende Kinderaugen und stolze Eltern
- Ein kreativer Weg, den Schnullerabschied zu begleiten und zu feiern
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Mach den Abschied vom Schnuller zu etwas ganz Besonderem!
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Häufige Fragen zum Schnuller
Ist ein Schnuller gut oder schlecht für mein Baby?
Weder pauschal gut noch schlecht. Ein Schnuller kann beruhigen und das SIDS-Risiko senken. Probleme entstehen vor allem durch dauerhaften Gebrauch über das zweite Lebensjahr hinaus. Dann steigt das Risiko für Zahnfehlstellungen und Mittelohrentzündungen deutlich an.
Ab welchem Alter darf mein Baby einen Schnuller bekommen?
Wenn du stillst: möglichst erst nach der vierten bis sechsten Woche, damit die Stillbeziehung nicht gestört wird. Wenn du Flasche gibst: ab Geburt möglich, sofern dein Baby ihn annehmen möchte.
Was sind die größten Nachteile eines Schnullers?
Zahnfehlstellungen bei langem Gebrauch, ein erhöhtes Risiko für Mittelohrentzündungen, mögliche Stillprobleme in den ersten Wochen und die Entwöhnung, die mit Entzugserscheinungen verbunden sein kann.
Bis wann sollte der Schnuller weg sein?
Ab dem zweiten Geburtstag nur noch zum Schlafen, spätestens bis zum dritten Geburtstag komplett weg. Je früher der Ausstieg gelingt, desto geringer das Risiko für bleibende Zahnfehlstellungen.
Was, wenn mein Baby den Schnuller ablehnt?
Kein Problem und kein schlechtes Zeichen. Manche Babys wollen einfach keinen Schnuller. Dränge ihn ihm nicht auf. Beruhigung geht auch über Tragen, Kuscheln, Stillen oder ein Schnuffeltuch.
Über den Autor
Sven ist Vater von zwei Kindern und hat die Schnullerentwöhnung in der eigenen Familie selbst durchlebt. Auf Kleine-Schnullerfee.de teilt er, was bei ihnen wirklich geholfen hat: von der ehrlichen Vor- und Nachteile-Abwägung in der Babyzeit bis zum liebevollen Schnullerfee-Ritual. Mehr über ihn erfährst du auf der Über-mich-Seite. Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zur Schnullernutzung wende dich an eure Hebamme oder euren Kinderarzt.