
Wann ist der richtige Zeitpunkt, den Schnuller abzugewöhnen? Ich habe die Schnullerentwöhnung mit beiden Kindern selbst begleitet – und beim ersten Mal alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Unsere Tochter war 2,5 Jahre alt und mitten in der Kita-Eingewöhnung, als wir den Schnuller weggenommen haben. Das Ergebnis: Drei Wochen Tränen, Schlafprobleme und ein schlechtes Gewissen.
Beim zweiten Mal mit unserem Sohn haben wir es anders gemacht – zur richtigen Zeit, mit dem richtigen Ritual. Er war 3 Jahre alt, es war keine Veränderung in Sicht, und wir hatten Zeit und Geduld. Der Abschied lief fast ohne Tränen.
Aus diesen Erfahrungen und vielen Gesprächen mit anderen Eltern habe ich gelernt: Der richtige Zeitpunkt und die richtige Methode machen den Unterschied.
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Das richtige Alter: Wann sollte man den Schnuller abgewöhnen?
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt, den Schnuller spätestens bis zum dritten Geburtstag abzugewöhnen. Das deckt sich mit der Empfehlung der meisten Kinderärzte und Zahnärzte.
Der Grund: Der Schnuller schiebt die Zähne im Ober- und Unterkiefer auseinander und kann zu einem sogenannten offenen Biss und Zahnfehlstellungen führen. Je früher der Schnuller weg ist, desto eher kann sich das Milchgebiss noch selbst korrigieren.
Mit 2 Jahren: Ein guter Zeitpunkt, wenn dein Kind sprachlich schon etwas versteht. Viele Kinder in diesem Alter akzeptieren einfache Erklärungen und lassen sich durch Rituale wie die Schnullerfee motivieren.
Mit 3 Jahren: Der typische Zeitpunkt. Die meisten Kinder sind emotional reif genug, um den Abschied zu verstehen. Bei unserem Sohn hat es mit 3 Jahren deutlich besser geklappt als bei unserer Tochter mit 2,5.
Mit 4 Jahren oder später: Kein Grund zur Panik, aber du solltest jetzt aktiv werden. Je länger der Schnuller bleibt, desto schwerer wird die Entwöhnung und desto größer das Risiko für Kieferprobleme.
Wann nicht: Diese Zeitpunkte sind ungünstig
Aus eigener Erfahrung rate ich davon ab, den Schnuller in diesen Phasen abzugewöhnen:
Kita-Eingewöhnung – das Kind verarbeitet bereits eine große Veränderung. Wir haben diesen Fehler bei unserer Tochter gemacht.
Geburt eines Geschwisterkindes – viele Kinder reagieren mit Rückschritten und brauchen den Schnuller als Trostspender gerade jetzt.
Umzug oder Trennung – jede große Veränderung in der Familie ist der falsche Zeitpunkt.
Krankheit – ein krankes Kind braucht seinen Schnuller als Beruhigung. Warte, bis es wieder gesund ist.
Der beste Zeitpunkt ist eine ruhige Phase, in der dein Kind emotional stabil ist und du selbst Geduld und Nerven hast.
5 bewährte Methoden zum Schnuller abgewöhnen
1. Die Schnullerfee
Die beliebteste Methode – und die, die bei uns am besten funktioniert hat. Dein Kind legt den Schnuller abends bereit, die Schnullerfee holt ihn nachts ab und hinterlässt einen Brief und ein Geschenk. Bereite dein Kind mit Büchern über die Schnullerfee oder Hörbüchern vor.
2. Schrittweise Reduktion
Erst den Schnuller tagsüber weglassen, dann nur noch zum Einschlafen erlauben, dann ganz weglassen. Diese Methode braucht mehr Zeit, ist aber für empfindliche Kinder oft schonender.
3. Der Schnullerbaum
In manchen Parks und Tierparks gibt es Schnullerbäume, an denen Kinder ihren Schnuller feierlich aufhängen. Dein Kind sieht, dass andere Kinder es auch geschafft haben – das motiviert.
4. Die Schnullermaus
Die Schnullermaus knabbert nachts ein Stück vom Schnuller ab. Das Saugen macht weniger Spaß, und nach ein paar Nächten will das Kind den Schnuller von selbst nicht mehr.
5. Der Entwöhnungsschnuller
Ein Entwöhnungsschnuller reduziert das Saugbedürfnis schrittweise. Gut als Vorbereitung, bevor die Schnullerfee kommt. Bei unserem Sohn haben wir den Dentistar Stoppi drei Wochen vorher eingesetzt – das hat den Übergang erleichtert.
Was tun bei Rückfällen und Entzugserscheinungen?
Rückfälle sind normal – vor allem in den ersten Tagen. Dein Kind kann gereizt sein, schlechter einschlafen oder öfter weinen. Das ist eine natürliche Reaktion und kein Zeichen, dass du zu früh dran bist.
Wichtig: Gib den Schnuller nicht zurück. Jeder Rückfall, bei dem der Schnuller wieder auftaucht, macht die nächste Entwöhnung schwerer. Stattdessen: Auf den Arm nehmen, trösten, ablenken. Bei unserer Tochter hat es drei schwierige Abende gedauert – danach war der Schnuller vergessen.
Achte auf typische Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Unruhe oder vermehrtes Daumenlutschen. Die meisten Kinder gewöhnen sich innerhalb einer Woche an die neue Situation.
Wenn dein Kind auch nach zwei Wochen noch stark leidet, sprich mit eurem Kinderarzt. In seltenen Fällen kann es sinnvoll sein, die Entwöhnung zu verschieben.
Schnuller und Daumenlutschen
Manche Kinder beginnen nach der Schnullerentwöhnung am Daumen zu lutschen. Das ist zunächst eine normale Ersatzhandlung. Allerdings ist Daumenlutschen für die Zahnstellung mindestens genauso schädlich wie der Schnuller – mit dem Unterschied, dass man den Daumen nicht einfach wegnehmen kann.
Wenn du merkst, dass dein Kind den Schnuller durch den Daumen ersetzt, biete Alternativen an: ein Kuscheltier, ein Schnuffeltuch oder ein Kuscheltier von der Schnullerfee.
Häufige Fragen
Wann sollte man den Schnuller abgewöhnen?
Kinderärzte und Zahnärzte empfehlen die Entwöhnung zwischen dem 2. und 3. Geburtstag. Je früher, desto geringer das Risiko für Zahnfehlstellungen. Der beste Zeitpunkt ist eine ruhige Phase ohne andere große Veränderungen.
Wie lange dauert die Schnullerentwöhnung?
Die meisten Kinder gewöhnen sich innerhalb einer Woche an die neue Situation. In den ersten Tagen kann es Tränen geben, aber danach wird es schnell besser. Geduld und Konsequenz sind der Schlüssel.
Kann man den Schnuller abgewöhnen mit 4 oder 5 Jahren?
Ja, aber es wird schwieriger, je älter das Kind ist. Ältere Kinder reagieren oft besser auf Erklärungen und Rituale wie die Schnullerfee. Sprich auch mit eurem Zahnarzt, ob bereits Zahnfehlstellungen vorliegen.
Was tun, wenn das Kind den Schnuller nicht abgeben will?
Dann ist es vielleicht noch nicht der richtige Zeitpunkt – oder die Methode passt nicht. Probiere eine andere Variante: Schnullerfee, Schnullerbaum, Schnullermaus oder schrittweise Reduktion. Manchen Kindern hilft auch ein Entwöhnungsschnuller als Zwischenschritt.


